Eclipse – Netbeans – C++ Umsteiger
gerade habe ich von ein EMail von Daniel Lüdecke erhalten. Ich nehme einfach mal an, dass es okay ist auf diesem Wege zu antworten.
Daniel möchte gern von C++ Entwicklung auf Java Umsteigen (“…C++ mit Power++…”) und sieht sich nun mit zwei Entwicklungsumgebungen konfrontiert – Netbeans und Eclipse. Diese Situation finde ich in sofern sehr spannend, weil wir hier einen Neueinsteiger haben und meist bei Vergleichen und Erläuterungen (Blogs, Zeitschriften, …) meist davon ausgegangen wird, dass man eine Entwicklungsumgebung von beiden kennt.
Wie immer: Es hängt davon ab, was man gern machen möchte. Wenn ich Daniel richtig verstanden habe, entwickelt er sehr viel graphische Oberflächen (z.B. sein Tool “Zettelkasten“). In solch einem Fall würde ich folgende Kombinationen vorschlagen:
- Netbeans mit integrierten Matisse oder
- Eclipse mit Windowbuilder.
Leider ist der Windowbuilder kostenpflichtig, aber ich finde ihn das Beste, was es für GUI-Entwicklung auf Eclipse gibt. Es gibt auch ein Matisse für Eclipse von myeclipseide.com. Allerdings finde ich die Einschränkung nur auf Swing, wenn ich schon mit Eclipse arbeite eher komisch – irgendwann will ich ein SWT-GUI bauen und dann komme ich mit Matisse nicht so weit.
Für Netbeans als Umsteigertool spricht nach meiner Meinung auch, dass ich alles aus einer Box bekomme und mit Swing vom Start weg die Plattformunabhängigkeit einfach nutzen kann. (Ich höre schon die Einwände.) Der Editor und der Just in Time Compiler sprechen aber für Eclipse. Compiler, Bibliotheken, Shortcuts, … kann man alles in Beiden einstellen.
Ich entwickle übrigens zur Zeit mit Eclipse und benutze keinen GUI-Builder. Sprich ich codiere die GUI’s von Hand.
Noch einen Hinweis: Unbedingt klarmachen was RCP (Rich Client Plattform) im Kontext von Netbeans RCP und Eclipse RCP bedeutet. Wenn man die Infrastruktur solch mächtiger Tools für sich nutzbar machen kann, dann hat man vom Start weg schon eine tolle Grundlage für seine Applikation. Im Prinzip kann man dann alles was man in der Entwicklungsumgebung sieht, dann auch für seine Applikation benutzen. Ich finde diese dockbaren inneren Fensterchen allein schon Grund genug um auf RCP aufzubauen. Aber auch hier: Achtung der Einarbeitungsaufwand ist nicht zu unterschätzen.
6 Responses to Eclipse – Netbeans – C++ Umsteiger
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ich nehme einfach mal an, dass es okay ist auf diesem Wege zu antworten.
Ja, ist es. Und vielen Dank für diesen Artikel. Was die “Einschränkungen nur auf Swing” betrifft, kann ich natürlich noch nicht sagen, ob das für mich relevant wäre oder nicht. Aber zwei Fragen bleiben: Welche Vorteile siehst du im Editor von Eclipse? Und weiß jemand, ob der Visual Editor in etwa mit Matisse vergleichbar ist?
Ich sehe gerade, das <q>-Tag wurde verschluckt…
Nein, der VE ist nicht mit Matisse vergleichbar. Da müssen sie bei Eclipse noch einiges machen, damit VE gleich ziehen kann. VE ist nach meinen Erfahrungen (unter Linux) langsam und fehleranfällig. Den generierten Code kann man sich nicht wirklich anschauen. Allerdings braucht der VE nur Java-Source-Code. Matisse legt noch eine zusätzliche Datei an, in der Informationen stehen, die Matisse benötigt.
Der Eclipse-Editor kommt schon mit mehr Macros/Shortcuts (Ctrl+Alt+Pfeil hoch oder Alt+Pfeil hoch sind einfach nur cool -> ein Macro in Netbeans und es geht auch) daher. Syntax-Fehler in Eclipse werden schon nach 0.5-2 Sekunden angezeigt (rote Linie unter dem Fehler) und dann bekommt man in vielen Fällen Quick fixes angeboten (Ctrl+1 zeigt sie schnell an).
Ich arbeite auch viel mit den Markierungen in Eclipse. Variable markieren im Editor und jedes Vorkommen wird farblich hervorgehoben – im Text und rechts in der Bildlaufleiste. Eclipse Editor ist ein wenig schneller. Die Unterschiede sind auch hier nicht gewaltig… und zugegeben, es ist subjektiv, da ich einen richtigen Vergleich noch nicht gemacht habe (insbesondere noch nicht aufgeschrieben).
Ich frage noch mal, ohne es ausprobiert zu haben, aber ich muss ja auch erst mal Java lernen, daher ist richtiges testen momentan schwer: Heißt das, wenn ich ein Java-Programm schreibe, dass ich eine zusätzliche Datei mit ausliefern muss, damit das Programm läuft? Oder bezieht sich die von Matisse zusätzlich angelegte Datei nur auf den Source-Code?
Solange man mit Netbeans und Matisse arbeitet ist alles kein Problem. Die zusätzliche Datei (xxx.form) wird nur zum Designzeitpunkt benötigt. Wenn man nachher seine Applikation baut um sie auszuliefern, merkt man davon nichts.
Allerdings ist diese Datei Matisse-spezifisch. D.h. ein “Export” in ein anderes Werkzeug (z.B. Eclipse mit VE) wird, wenn es nicht explizit unterstützt wird, eher nicht gehen. Auch der Import von nackten Java-Gui-Sourcen wird wohl nicht ohne Probleme gehen. Aber hier habe ich keine praktischen Erfahrungen. Solange man aber bei Netbeans bleibt sind dies nur theoretische Probleme.
Wunderbar. Vielen Dank erst mal soweit…